Sonntag

Jakob war so erstaunt, dass Gott hier in dieser Einsamkeit zu finden ist. Gott ist der, der mitgeht. Das hat v.a. sein Großvater Abraham erlebt, der sein Zuhause verlassen hat, um in einem fremden Land eine neue Heimat zu finden.

Das erlebte Israel später, als es aus Ägypten auszog und 40 Jahre lang durch die Wüste irrte, bevor es ins gelobte Land einziehen konnte. Auch hier war es Gott, der den ganzen Weg mitging.

Gott ging auch ins Exil, als die Babylonier Israel besiegten und gefangen nahmen. Gott ging mit in die Gefangenschaft. Er war auch dort der Gott, der den Weg seines Volkes mitging.

Und Gott ging mit, sichtbar, hörbar, erlebbar, anfassbar, in dem Menschen Jesus von Nazareth. Gott selber war und ist in diesem Wanderprediger; dieser Jesus von Nazareth war und ist der Christus, der Gesalbte Gottes.

 Gott geht auch unsere Wege mit. Dafür bin ich dankbar. Als mein Vater starb, konnten wir bestätigen, dass Gott ihn auf allen seinen Wegen begleitet hat, ihn durch alle Schwierigkeiten getragen hat: sei es im Krieg, in der Vertreibung, auf der Flucht, in den Bombennächten, in der Nachkriegszeit, in den guten Zeiten, die dann kamen, in seiner 30 Jahre dauernden Krebszeit, und in der letzten Zeit. Gott macht am Ende alles gut, wenn wir nur ihm vertrauen und ihm die Leitung für unser Leben übergeben.

 Gott steht uns bei in unserem Leben, in guten wie in schlechten Zeiten, und auch im Sterben und im Tod.

Das macht unser Leben viel leichter. Das lässt uns dankbar und demütig sein. Das schenkt und Frieden und Freude die Fülle. So können wir das Leben leben.

 Am nächsten Morgen stand Jakob früh auf. Er nahm den Stein, auf den er seinen Kopf gelegt hatte, stellte ihn als Gedenkstein auf und goss Öl darüber, um ihn Gott zu weihen. Er nannte den Ort Bethel (Beth-El = »Haus Gottes«). Vorher hieß er Lus.

 Dann legte Jakob ein Gelübde ab: »Wenn der Herr mir beisteht und mich auf dieser Reise beschützt, wenn er mir genug Nahrung und Kleidung gibt und mich wieder heil zu meiner Familie zurückbringt, dann soll er mein Gott sein!”

 Es tut gut, diese Worte zu lesen; denn sie sind sehr menschlich und machen uns die Nachfolge leichter:

WENN Gott mir beisteht und mir alles zum Guten ermöglicht, DANN soll er mein Gott sein.

Wir brauchen bei Gott nicht in Vorleistung zu gehen. Gott selber geht in Vorleistung. Er steht bei, er beschützt uns auf unserer Lebensreise, er gibt uns genug Nahrung und Kleidung, der bringt uns heil an die Orte, wo wir hinsollen.

So. Das alles und noch viel mehr tut Gott doch schon längst.

 Und das Allerbeste, bei dem Gott in Vorleistung gegangen ist, das ist die Versöhnung durch Jesu Tod am Kreuz. Gott selber nahm alle unsere Sünden ans Kreuz, wo sie uns nicht mehr schaden können. Er selber hat uns das geschenkt: Sündenbefreiung, Vergebung, Gnade und Barmherzigkeit, Freiheit, Liebe, Segen, Schutz …

… und wir dürfen das alles einfach so in Anspruch nehmen.

 Was Gott im Gegenzug von uns erwartet?

 Bei den Bundesschlüssen, die wir alle in der Bibel finden können, mit Noah, mit Abraham, mit Mose, mit der Menschheit, da will Gott immer nur eines von uns: Glauben.

Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

 Glauben, und in direkter Konsequenz ein Leben nach seinen Geboten. Das eine schließt das andere ein.

 Jakob geht nach dem Traum von der Himmelsleiter, nach den Versprechen Gottes, dieses Wagnis ein: WENN du, Gott, das alles für mich tust, DANN ist es ganz klar, dass ich mein Leben von nun an in Frieden und nach deinen Geboten leben will.

Daraufhin baut er als Zeichen seines Bundes mit Gott einen Altar und benennt den Ort um in „Haus Gottes“. Er weihte diesen besonderen Ort Gott. Denn dort hat er Gottes Gegenwart erfahren.

 Solche Häuser Gottes sollen auch uns heute immer noch heilig sein und als Heiligtümer gelten. In Gotteshäusern erleben viele Menschen die Nähe und Gegenwart Gottes. Kirchen sind heilige und besondere Orte, und sie werden es immer bleiben.

 Jakob ist auf seinem Weg, der ihm fremd und unheimlich war, vor dem er Angst hatte, und den er nicht kannte, dem lebendigen Gott begegnet. Er wusste seinen Weg nicht, aber Gott wusste ihn wohl und hat ihm ihn gezeigt.

Jakob beendet diese Gottesbegegnung mit den Worten:

 „Hier an diesem Ort soll Gott verehrt und angebetet werden, bei dem Stein, den ich als Erinnerung an seine Zusage aufgestellt habe. Und von allem, was Gott mir schenkt, will ich ihm den zehnten Teil zurückgeben!« 

So soll es sein.

Eine gesegnete Zeit

voller wunderbarer Gottesbegegnungen

wünschen Dir

Deine Querdenker-Christen