Sonntag

Gott spricht zu Hiob von dem Gleichgewicht, dass er dieser Welt gegeben hat: Von großen Tieren und großen Mächten, die sich gegenseitig im Schach halten: friedlich und unfriedlich,

er spricht davon, dass es im Leben Licht und Schatten gibt, wo Licht ist, da ist auch Schatten,

aber wo Schatten ist, da ist auch viel Licht: Hiob, dreh dich um und sieh, wie viel Licht da ist, damit diese Schatten überhaupt existieren können: Dreh dich zum Licht, Hiob!

Und Hiob dreht sich um. Er fängt endlich an zu verstehen und zu akzeptieren, dass er nicht der Nabel der Welt ist, dass alles im Gleichgewicht ist – wenn auch in einem beweglichen, manchmal fragilen, – dass alles seinen Sinn hat und sich alles ändern und wenden kann. Wenn man vertraut. Wenn man sich etwas traut – so wie Hiob, der mit Gott streitet bis aufs Blut.

Wenn man still wird und annehmen kann, was ist. Wenn man dann aus seinem Staub- und Scherbenhaufen aufsteht, sich umdreht und noch einmal ganz neu anfängt.

Es ist egal, wie oft Du hinfällst: Du musst nur einmal mehr aufstehen, als Du hingefallen bist.

Hiob versteht (Kapitel 42, 1-6):

Da antwortete Ijob dem HERRN und sprach:

Ich habe erkannt, dass du alles vermagst. / Kein Vorhaben ist dir verwehrt.

Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? – / Fürwahr, ich habe geredet, ohne zu verstehen, über Dinge, / die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind.

Hör doch, ich will nun reden, / ich will dich fragen, du belehre mich!

Vom Hörensagen nur hatte ich von dir gehört, / jetzt aber hat mein Auge dich geschaut.

Darum widerrufe ich. / Ich bereue in Staub und Asche.

Hiob wird offen für Gottes Sein – und Gott offenbart ihm sein Sein.

Hiob öffnet sich für ein neues Leben – und Gott eröffnet ihm ein neues Leben und eine neue Zukunft.

Hiob kehrt ab von seinem Ego, von seinem Egoismus (ICH habe alles richtig gemacht, ICH habe die Gebote immer gehalten, ICH bin ein guter Mensch, Gott muss auf MICH aufpassen, Gott ist verpflichtet, MIR Gutes zu tun …)

Hiob lässt sein Ego los – und erkennt sein Wesen, sein SELBST, er wird sich seiner selbst bewusst – er wird selbstbewusst.

In diesem erwachten Bewusstsein wird er sich auch der Größe Gottes bewusst.

So ein erwachtes Bewusstsein lässt uns Gott schauen, und wir sind nicht mehr nur auf das Hörensagen angewiesen.

Hiob hat Gott gefunden, er hat ihn erfahren – und nun ist er frei.

Was für eine Gnade!

Der Gott aller Gnade aber,

der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus,

der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet,

aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.

Liebe und Frieden wünschen Dir

Deine Querdenker-Christen