Tageslosung 10. Oktober 2026
„Ist denn die Hand des Herrn zu kurz?“ (Numeri 11,23)
Jahrestagung der „Initiative Wirtschaft – Christen in Verantwortung“
In Riga
Auch in Lettland repräsentiert die Kirche nur noch einen kleinen Teil der Gesellschaft. Ursprünglich stark deutsch-evangelisch-lutherisch geprägt, ist durch die sowjetische Besatzungszeit 1945-1991 ein Großteil der lettischen Gesellschaft atheistisch geworden. Doch es besteht noch eine Sehnsucht nach Spiritualität.
Die Kirche muss sich heute fragen, ob die Sicherung bestehender Strukturen noch gleichbedeutend ist mit der Erfüllung unseres kirchlichen Auftrags.
Gebet UND Tun sind gleichermaßen wichtig. Dietrich Bonhoeffer schrieb schon in den 1930er/40er Jahren, dass der Dienst an den Menschen an erster Stelle steht. Das war seine Perspektive und die Neuausrichtung der kirchlichen Arbeit in einer immer gottloser werdenden Zeit, und das gilt noch heute. Die Zeit der Worte ist vorbei, Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.

Dieser Cartoon (wahrscheinlich aus einer niederländischen Quelle) zeigt einerseits erschreckend, wie die Kirche heute erodiert. Und doch sollten wir weiter schauen: Wo bleiben die kleinen Teilchen, die aus der Erosion entstehen? Dort ist es unsere Aufgabe, ihnen vorauszugehen und einen neuen Ort zu schaffen; denn der Geist Gottes weht, wo er will.
Darum können wir zu dem Ort gehen, wo der Geist die Bruchstücke unserer alten Kirche hingeweht hat, um dort etwas Neues zu bauen.
Was ist also not-wendig zu tun? Wo können wir die Not wenden?
Um das herauszufinden, bedarf es der Seel-Sorge mit einem hörenden Herzen.
Bei allem, was uns beim Blick auf den immer schneller schwindenden Einfluss und Ansehen der Kirchen das Herz schwer macht, sollten wir auf eine Aussage des Soziologen und Politikwissenschaftlers Hartmut Rosa hören:
„Religion ist notwendig, um eine funktionierende Demokratie hinzukriegen.“ Ohne eine innere kirchliche Entwicklung ist allerdings keine äußere Entwicklung möglich. Und innere Werte zu entwickeln ist nur mithilfe von Religion und Gottesglauben möglich.


Den Mut, neue Wege zu gehen
und sich vom Geist Gottes führen zu lassen
wünschen Dir
Deine Querdenker-Christen