Gedanken zur Tageslosung 9. Oktober 2026:
„Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen?“ (Jes. 50,9)
Abendandacht in Riga, Jahrestagung der „Initiative Wirtschaft – Christen in Verantwortung“ am 9.10.2026

Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen, aus Ebbe und Flut, jeder Mensch schwimmt in den Gezeiten mit – mal oben auf der Welle, mal unten im Wellental.
Das ist nicht erst seit einigen Jahren die Situation der Menschen, die in der Wirtschaft tätig sind, das ist die Situation der Menschen seit Anbeginn der Welt. Ich könnte bei Adam und Eva anfangen, tue es aber nicht, sondern verweise auf das Gottesknechtslied in Jes. 50, aus dem die heutige Tageslosung stammt.
Wir finden ganz ähnliche Gedanken auch in den Psalmen der Bibel. Und sie sind den Menschen bis heute so wichtig und nahe, weil dort jede nur mögliche Lebenssituation beschrieben wird und man sich irgendwo immer wiederfinden kann.
Vor zwei Wochen war ich beim Kongress des ICCC, dem Kongress Christlicher Unternehmer, in Bad Herrenalb. Was ich herausfinden wollte ist, ob die Gedanken und Ideen, der Lebensstil christlicher Unternehmer übertragbar sind auf eine Kirchengemeinde. – Ich bin mir sicher: Ja, das ist der Fall.
Einige Gedanken dieser Tagung bleiben bei mir hängen, zwei möchte ich kurz erzählen:
- Einander dienen!
Dienen kann man nur, wenn man es gerne tut, mit Hingabe. Gott hat uns allen irgendein Talent gegeben, oder auch mehrere. Und so ist es gut und richtig, genau das zu tun, was man gerne macht, wo das Talent liegt. Genau dann kann man nämlich anderen helfen und dienen und eine Kultur aufbauen, wo andere Menschen sich weiterentwickeln können. Wenn wir mit unserem Leben, auch dem Arbeitsleben, anderen dienen, dann kann uns niemand verdammen; denn Gott ist auf unserer Seite und hilft uns. Immer.
- Gott schenkt Zukunft und Hoffnung!
Das Reich Gottes gehört in die Wirtschaft hinein. Auch wenn man im „Exil in Babel“ ist (mit der Geschichte Israels gesprochen), oder mit Ps. 23 „im finstern Tal“, so gibt es doch Zukunft und Hoffnung.
In Jeremia 29 heißt es: „Denn ich, Gott, allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der HERR, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!“
Genau diese Bibelworte dürfen wir auch für uns in Anspruch nehmen. Sie sind gültig damals wie heute, weil sie Gottes ewiges Wort sind.
Es gibt Menschen, die „Bestellungen in den Himmel schicken“. Das funktioniert tatsächlich. Allerdings sollten wir nicht vergessen, dass wir mit Gott keine Lieferantenbeziehung haben, sondern eine Liebesbeziehung!
Wer, auch als Unternehmer, in dieser Liebesbeziehung mit Gott, mit Jesus Christus, unserem Erlöser, lebt, der weiß, dass er gegenüber nichtchristlichen Unternehmern immer einen ganz besonderen Wettbewerbsvorteil hat: nämlich den höchsten Herrn an seiner Seite.
Gerade in Kirchengemeinden geht ein solches Vertrauen in Gott gerade sehr verloren. Entweder wird nur gebetet und abgewartet, oder man verfällt in Aktionismus.
Unternehmer, christliche Unternehmer wissen: da darf nicht vermischt werden:
- Was ist Gottes Aufgabe?
- Was ist meine Aufgabe?
Und wer mehr will, wer echten Erfolg haben will, der sollte sich mit dem Hl. Geist connecten; denn er ist unser Beistand.
Und bei allem, was wir tun, brauchen wir Geduld. Wir brauchen die Zeit der Reifung. Nicht immer klappt alles sofort. Vielleicht es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt? Vielleicht ist jetzt gerade „Frühling“ im Unternehmen, und es fängt gerade erst an zu sprießen; oder es ist „Sommer“ und es muss fleißig gegossen werden, damit alles gut reifen kann; oder es ist „Winter“ und es ruht gerade alles, damit neue Kraft geschöpft werden kann. Oder es ist „Herbst“ und alles ist reif, und es klappt, und man sieht den Erfolg des Tuns und Betens.
Um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, sollten wir immer mit dem dreieinigen Gott in Verbindung bleiben, im Gebet und im stillen Hören.
Gott gibt uns keinen Plan, den wir abzuarbeiten haben – er gibt uns eine Richtung und Mut. Deshalb – und ich ende mit einer Weisheit und dem Sprüchebuch des AT Kap. 29,18:
„Ohne Gottes Weisung verwildert ein Volk; doch es blüht auf, wenn es Gottes Gesetz befolgt!“
Deshalb lasst uns als Christen in Verantwortung daran arbeiten – ob in Unternehmen oder in der Gemeinde oder wo auch immer wir gerade stehen – dass Gottes Weisung wieder unter das Volk kommt; denn dann blühen wir und unser Land wieder auf. Das ist meine Hoffnung.
„Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen?“
Einen gesegneten Einstieg ins Wochenende
mit weiteren Gedanken von der Tagung in Riga
wünschen Dir
Deine Querdenker-Christen