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#naturverbunden-Newsletter Nr. 5 – Taubnessel

Zitat

 „Du bist das, was du selbst zu sein glaubst.“

Paulo Coelho

Wildkräuter im Frühling

Wenn sie noch jung sind, sehen sie aggressiv und gefährlich aus. Doch kommen sie aus der „Pubertätsphase“ heraus, merkt man, wie man sie doch falsch eingeschätzt hat:

Die Taubnessel brennt und beißt nicht, wie ihre bekanntere Schwester, die Brennessel. Die Taubnessel erkennt man an ihren großen weißen oder lilafarbenen Blüten, in die jede Biene hineinkriechen kann.

Man kann die Pflanzen gefahrlos anfassen; denn ihnen fehlen die Brennhaare; sie sind weich. Und sie schmecken. Und sie heilen!

Ich geben sie gerne in meinen morgentlichen Obstsmoothie – gemeinsam mit anderen Wildkräutern, die alle in meinem Garten wachsen dürfen. Denn ich weiß, dass mir ihre Anwesenheit gut tut. Und der Genuss natürlich auch!

Taubnessel (Lamium album)

Die Taubnessel blüht schon sehr früh im Garten. Ich pflücke die ersten Blüten noch nicht; denn ich lasse ihren Nektar den Hummelköniginnen, die schon bei einstelligen Temperaturen auf dem Weg sind, sich eine neue Wohnung für ihr neu zu gründendes Volk zu suchen. Sie brauchen die Taubnesseln und anderen frühen Blüten mehr als ich.

Wenn schon Dutzenden von Taubnesseln blühen, dann fange auch ich an, sie für unser Frühstück zu pflücken. Ich nehme dazu meist den oberen Teil der Pflanze, etwa ein Drittel oder die Hälfte; denn dann wächst sie weiter und bildet Seitentriebe aus. So habe ich keine Sorge, dass ich zu viel davon pflücke.

Man kann das ganze Kraut, oder auch nur die Blüten verwenden, je nachdem, welche Heilwirkung man erzielen möchte.

Die Taubnessel hat eine Menge an heilenden Inhaltsstoffen: Gerbsäure, ätherische Öle, Saponine sind nur einige davon. Genauso vielfältig ist die Heilwirkung: antibakteriell, schleimlösend, zusammenziehend, beruhigend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampflösend.

Die Taubnessel gibt es nicht nur weißblühend, sondern auch violett oder sogar goldfarben.

In jedem Fall ist sie die ideale Frühjahrs-Heilpflanze, wenn man gerne eine Frühjahrskur machen möchte und gerne draußen ist. Die Taubnessel schützt uns bei Erkältung, Fieber, Husten und Asthma; bei Verdauungsproblemen und Schlaflosigkeit; bei Frauen- und auch bei Prostataproblemen.

Die Taubnessel ist also ein Pflanze für jung und alt, für Männer und Frauen.

Als Frühlingstee mische ich die Taubnesselblüten z.B. mit den Blüten von Schlüsselblumen und Huflattich und mit den Blättern von Veilchen, Birken und Ehrenpreis.

Als Frauentee mische ich sie mit Frauenmantel, Schafgarbe und Melisse, mit Ehrenpreis und Brennesselsamen.

Für die Tees gilt jeweils:

1 Esslöffel getrocknetes Kraut auf 1 Tasse kochendes Wasser,

10 min ziehen lassen und absieben.

Man kann evtl. mit Honig süßen und bis zu 3 Tassen davon pro Tag trinken.

Wenn ich einen Tee rein aus der Taubnessel zubereite, dann dient er mit seinen Saponinen und Schleimstoffen gut zur Entzündungshemmung der Atmungsorgane; denn die Taubnessel umhüllt die gereizten Schleimhäute und beruhigt sie.

Du kannst den Tee auch inhalieren; denn bei verschleimten Nasenhöhlen und Bronchien wirken die Dämpfe reinigend.

(Das sind natürlich keine medizinischen Heilaussagen, sondern altes Heilwissen.)

Wenn Du Lust auf frisches Grün hast, dann gib die Taubnessel einfach Deinem Salat bei, oder Suppen, Gemüse, oder versuche einmal, sie in einem Pfannkuchenteig auszubacken.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Und noch eine kleine Geschichte:

Wie die Taubnessel taub wurde

Der kleine Jesus wurde von dem kleinen Judas beim Spielen in die Brennesseln gestoßen, da der liebe Gott nicht wollte, dass sich sein Sohn daran verbrannte, hat er schnell die Brennhaare entfernt und der Pflanze schöne Blüten gegeben.

(Quelle: Taubnessel – Kneipp Aktiv Club Zwentendorf (kneipp-zwentendorf.at))

 

  

Ach übrigens …

Gestern habe ich einen Kollegen im Büro getroffen, und wir haben uns (natürlich mit dem nötigen Abstand und der Maske) kurz zum aktuellen Thema mit Co… ausgetauscht. Er hatte eine völlig andere Sichtweise, als ich es habe. Leider war er so verbohrt, dass er meine Meinung absolut nicht hören, geschweige denn teilweise akzeptieren wollte.

Das ist mir in den letzten Wochen und Monaten öfter passiert, nur noch nicht in dieser verbissenen Form.

Ich möchte das zum Anlass nehmen, um zur Rücksicht der Meinung Anderer aufzufordern. Jeder sieht diese Situation aus einem anderen Blickwinkel, jeder hat andere Rahmenbedingungen, einen anderen Gesundheitszustand, anderes Wissen und ein anderes privates Umfeld.

Leider sind meistens die, die am lautesten schreien, die Unwissendsten. Sie wissen angeblich ganz genau, was für alle richtig ist. Haben aber auch nur einen eingeschränkten Blickwinkel.

Als Gemeinschaft, die andere Meinungen und Sichtweisen anhört und gemeinsam an einer Lösung für ein Thema sucht, haben wir eine bessere Chance voran zu kommen. Gemeinsam entstehen Lösungen, auf die einer allein NIE gekommen wäre.

Dieses Thema ist mir bei der Taubnessel eingefallen, da es einfach ist, seine Brennhaare auszufahren, zu meutern, sich quer zu stellen und auf „Gott und die Welt“ zu schimpfen.

Viel schwerer ist es, offen zu bleiben, zuzuhören, warum andere Menschen anders denken, warum andere Menschen so handeln, wie sie handeln … und nicht zuletzt seine eigene Meinung ganz ruhig und sachlich zu erläutern.

Es ist an der Zeit, seine Brennhaare oder im übertragenen Sinne sein Ego zurückzustellen und mit den Werten der Taubnessel wie Liebe, Ruhe und einem gesunden Menschenverstand zu handeln. Das ist nicht immer leicht und sicherlich nicht in dieser Zeit, dennoch möchte ich Euch hiermit dazu ermutigen. Ihr seid nicht allein!

Viel Spaß dabei und gute Gesundheit!

Sabine & Martina