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Monatsspruch Oktober 2020

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. ( Jeremia, Kapitel 29, Vers 7)

Der Prophet Jeremia sagte diese Worte zum Volk Israel (oder besser: dem Rest Israels), das in die Verbannung nach Babylonien verschleppt wurde. Sie haben einen Krieg verloren und mussten ihre Heimat verlassen. Da saßen sie nun an den Wasserflüssen Babylons und weinten, wenn sie an ihre Heimat dachten.

Die Babylonier achten, mit ihnen zusammen arbeiten, ihnen Gutes wünschen, ja: für sie beten? Wie kämen sie auf eine solche Idee?! Es sind doch die Feinde, die die Heimat zerstört und sie in die Fremde verschleppt haben. Da grätscht der Prophet hinein: „Suchet der Stadt Bestes und betet für sie!“ Was für eine Zumutung! Da ist der Schatten aber ziemlich groß, über den man springen muss, um die Anweisung des Jeremia zu befolgen.

Doch der gibt gleich ein Argument: „Denn wenn es ihr wohl geht, so geht es euch auch wohl.“ Das ist wohl wahr. In einem Land, das nichts Lebenswertes zu bieten hat, lebt es sich nicht gut.

86 Jahre ist es her, dass die Barmer Theologische Erklärung formuliert wurde, auf die wir Pastorinnen und Pastoren auch heute in der Ordination noch verpflichtet werden. Und das ist gut so. Denn sie mahnt uns an, darauf zu achten, dass es in unserem Staat nicht kippt und sich die Regierenden nicht Rechte aneignen, die ihnen nicht zustehen. Es geht dabei auch um die Kirche, die sich nicht den Regierenden anbiedern soll und mit dem Unrecht kooperiert. Kirchliche und staatliche Aufgaben sind in der Barmer Erklärung deutlich aufgezeigt. Ich zitiere dazu die 5. und die 6. These:

  1. Fürchtet Gott, ehrt den König. (1. Petr 2,17)

Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt für Recht und Frieden zu sorgen.

Die Kirche erkennt in Dank und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten. Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch das Gott alle Dinge trägt.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung der Kirche erfüllen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu einem Organ des Staates werden.

  1. Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,20) Gottes Wort ist nicht gebunden. (2. Tim 2,9)

 Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.

 Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.

Verbum dei manet in aeternum. (Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit.)

Also beten wir für unseren Staat, für unsere Regierenden, für alle Verantwortlichen, für die, die das Bundesverdienstkreuz bekommen … und für unsere Kirche. Denn wenn es unserem Staat wohl geht, so können auch wir in Freiheit leben.

Einen freien und wohlgehenden Herbstmonat

wünschen Dir

Deine Querdenker-Christen